PÜPPI. DIE KRÖNUNG. NACH MONTEVERDI.

Von Hendrik Müller, Barbara Rucha und Kriss Rudolph nach Monteverdis “Krönung der Poppea”.
Nero, Präsident eines vermutlich gar nicht so fernen Landes, wird von seiner Frau verlassen. Einzig ihr Hund ist ihm treu geblieben. Generalsekretär Seneca frohlockt, das Volk gibt Mitleids-Bonuspunkte und Neros Umfragewerte steigen ohne Ende. In seiner Eitelkeit verletzt, ist Nero jedweder Anblick liebkosender Paare verhasst. So erlässt er neue Gesetze: Berührungsverbote, Liebesfilmverbote… Was fortan in dieser „Demokratie“ noch rechtens ist, wird immer absurder und bedrohlicher. Und darüber hinaus: welche Rolle wird der Präsidentenhund Püppi spielen?
In Monteverdis Die Krönung der Poppea, der ersten großen Oper über die Macht, wird eine rechtmäßige Kaiserin verbannt und die Hure Poppea zur Kaiserin gemacht. Was, wenn nun alle menschliche Gefolgschaft verdächtig und nur das Tier noch vertrauens- und einer First Lady würdig ist? In Zeiten, in denen Schwule in Russland, küssende Paare in Ankara und in Weißrussland harmlos beieinander Stehende auf öffentlichen Plätzen verfolgt werden, muss man wohl Komödien schreiben. Das haben wir getan, und Monteverdi mit dem temperamentvollen Sound von ?Shmaltz! zusammen gebracht – „eine Berliner Band, die mit Schmackes die Herzen erwärmt. .. ?Shmaltz! versammeln in ihrem Zirkus Musiker aus unzähligen Bands, von den 17 Hippies bis zu Rot Front…” (Melodie&Rhythmus).
..Mit Gegenwartsbezug erklomm die Inszenierung eine neue Stufe politischer Oper. Das Musiktheater macht hier kein Amüsement. Es teilt aus. Lachen ist auch eine Macht. (Neues Deutschland)
Arrangement und Musikalische Leitung: Barbara Rucha · Text: Kriss Rudolph · Inszenierung: Hendrik Müller · Choreographie: Juliane Hollerbach · Ausstattung: Matthias Werner · Video: Robin Thomson · Dramaturgie: Bernhard Glocksin

Mit: Sarah Behrendt, Peter Fischbach, Clemens Gnad, Tobias Hagge, Sarah Papadopoulou, Lóránt Székely, Anna Warnecke

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