IRIS BUTTERFLY.

Fassung von Bernhard Glocksin und Fabian Gerhardt. Arrangements: Alexandra Barkovskaya/Derik Listemann.

Erstaufführung: 14. April 2016. Bis 22. Mai 2016

„Ein starkes Stück ist der Neuköllner Oper da gelungen.“ (Berliner Zeitung)
In einem kleinen japanischen Dorf lebt die junge Iris alleine mit ihrem blinden, herrschsüchtigen Vater. Der reiche und skrupellose Osaka lockt sie mit einem „Puppenspiel“ an, um sie zu entführen. Erstaunlicherweise folgt Iris der Schauspielertruppe fast freiwillig. Kaum in der Stadt, steckt Osaka das ahnungslose Mädchen in ein Edelbordell und will sich ihrer bemächtigen. Iris weigert sich – in einem Tempel habe ihr einst ein Bonze ein eigenartiges Bild gezeigt, von einem Mädchen und einem Tier…:„Dann umschlingen die schleimigen Fangarme der Krake das Mädchen, in ihren Augen Entsetzen, doch sie lächelt. Lacht und beginnt zu zucken. Dann wird sie still und stirbt. Und der Bonze flüstert mir zu: Dieser Krake ist der Tod. Diesen Krake nennt man Lust.“ Osaka interessiert das alles nicht, schließlich hat er bezahlt und will seinen Spaß. Alarmiert, seine Tochter sei im Yoshiwara, taucht der blinde Vater auf und verflucht sie in wilder Wut. Iris zerbricht – Was habe ich Euch getan?

HARTER STOFF

Ein 15jähriges Mädchen, dass zur Hure gemacht werden soll, fallengelassen vom Vater, der sie in wilder Wut „mit Straßenkot“(!) bewirft… Gier, Geilheit und Hartherzigkeit, offen dargestellt – auf einer Opernbühne! Nicht heute, sondern 1898 – sechs Jahre vor der Madama Butterfly seines Freundes Puccini und sieben vor der Salome, dem Opernskandal von Richard Strauß. Wie viel radikaler diese Iris doch ist, in der „skandalösen“ Darstellung einer Jagd nach Sex und der Unterwerfung eines jungen, unerfahrenen Mädchen(körpers). Skandalös damals wie heute, wo vielerorts auf dem Körper der Mädchen nicht nur die Gier, sondern ein ganzer „ Kampf der Kulturen“ ausgetragen wird: traditionelle Werte gegen die Versuchungen der Moderne, religiöse und sittliche Grenzen gegen die fast tabu- und grenzenlose, reiche Welt, wie sie uns weltweit das herrschende www. vorspielt.
KRAKE LUST. SONNE DER LIEBE

1898: Mascagni ist acht Jahre zuvor mit Cavalleria rusticana zum Shooting-Star geworden, es ist die Zeit des Verismo, der möglichst realistischen Darstellung des Lebens der einfachen Leute auf der Opernbühne.Doch Luigi Illica, sein Librettist, fügt dieser harten Geschichte noch etwas Weiteres, Ungewöhnliches hinzu: Poesie und eine Art „Grüne Utopie“. Sein Libretto beginnt und endet mit einer „Hymne an die Sonne“, übertitelt das Verhalten der Männer als „Egoismus“ und fügt poetische Texte ein, die das Geschehen lyrisch kommentieren – den Glanz des aufgehenden Lichtes, das Erwachen der Natur, den Fudschijama als „Sinnbild der menschlichen Sehnsucht nach Ruhe und Frieden“. Und endet mit den Worten, von Mascagni mit aller Pracht und Größe vertont: „Denn Liebe ist mein Wesen, und Poesie die Sprache der Liebe! (Regieanweisung: Der Tag bricht an – Hörner und Posaunen auf der Bühne) Ich bin Wärme, das Licht, die Wärme, das Licht, die Liebe!“

Diese Beschwörung klingt wie ein grünes oder esoterisches Fanal. Großartig! Und doch: Kann man das heute noch so auf die Bühne bringen? Ist nicht auch diese Utopie längst gestorben, an allgegenwärtigem Zynismus und geschäftiger Gleichgültigkeit?

UNSERE IRIS

Mascagnis Musik ist von berauschender Schönheit, seine Melodien gehen ins Ohr und ins Herz. Welch ein Juwel… und wie schwer zu realisieren: Die Sängerin der „Iris“ muss glaubhaft ein 15-jähriges Mädchen verkörpern und zugleich jene hoch anspruchsvolle Sopranpartie stemmen, die allein fünf lange Arien umfasst. Und ihr Gegenspieler Osaka muss eine Tenor-Partie beherrschen, die sonst gestandenen Puccini-Sängern abverlangt wird. Nun, an der Neuköllner Oper, erwartet Sie ein Fest, das seltene Glück, die vermutlich jüngste (und wohl berührendste) Besetzung zu erleben, die je diese Oper gesungen hat. SuJin Bae als Iris und Gustavo Eda als Osaka sind gerade 29 Jahre alt – und welche Talente! Doch überzeugen Sie sich selbst – wir präsentieren Ihnen Mascagnis große Japan- Oper in einem Arrangement, das die üppige originale Klangwelt mit heutigen Sounds und das italienische Pathos mit einem Japan der jungen Leute heute verbindet.

Musikalische Leitung: Hans Peter Kirchberg |Inszenierung: Fabian Gerhardt | Text und Dramaturgie: Bernhard Glocksin |Film: Vincent Stefan | Ausstattung: Rebekka Dornhege Reyes & Nina Thielen

Mit: SuJin Bae, Seri Baek, Yuri Mizobuchi; Till Bleckwedel, Gustavo Eda, Elias Han

UNSERE IRIS

Mascagnis Musik ist von berauschender Schönheit, seine Melodien gehen ins Ohr und ins Herz. Welch ein Juwel… und wie schwer zu realisieren: Die Sängerin der „Iris“ muss glaubhaft ein 15-jähriges Mädchen verkörpern und zugleich jene hoch anspruchsvolle Sopranpartie stemmen, die allein fünf lange Arien umfasst. Und ihr Gegenspieler Osaka muss eine Tenor-Partie beherrschen, die sonst gestandenen Puccini-Sängern abverlangt wird. Nun, an der Neuköllner Oper, erwartet Sie ein Fest, das seltene Glück, die vermutlich jüngste (und wohl berührendste) Besetzung zu erleben, die je diese Oper gesungen hat. SuJin Bae als Iris und Gustavo Eda als Osaka sind gerade 29 Jahre alt – und welche Talente! Doch überzeugen Sie sich selbst – wir präsentieren Ihnen Mascagnis große Japan- Oper in einem Arrangement, das die üppige originale Klangwelt mit heutigen Sounds und das italienische Pathos mit einem Japan der jungen Leute heute verbindet.

Musikalische Leitung: Hans Peter Kirchberg |Inszenierung: Fabian Gerhardt | Text und Dramaturgie: Bernhard Glocksin |Film: Vincent Stefan | Ausstattung: Rebekka Dornhege Reyes & Nina Thielen

Mit: SuJin Bae, Seri Baek, Yuri Mizobuchi; Till Bleckwedel, Gustavo Eda, Elias Han

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