HERZ ÜBER BORD.

Die Wahlkampf-Operette mit Wählerstimmen. Musik von Eduard Künneke, Liedtexte von Eduard van der Becke.

Text von Andreas Bisowski und Heidi Mottl
Arrangements: Andrew Hannan

Uraufführung 25.04. 2002

Berlin: mal wieder kurz vor der Bundestagswahl
Sie hat Machtwörter gesprochen und die K-Frage für sich entschieden. Sie ist modern, aufgeschlossen und kompetent. Sie will gewinnen – um wirklich jeden Preis! Aber gerade jetzt macht ihr der schnell-lebige Zeitgeist einen Strich durch die Rechnung. Keine Frage – selbständige Powerfrauen kommen an beim Wahlvolk. Aber so ganz ohne Familie? Ohne Doppelbelastung? Ohne „First Husband“? Wo ist da die private Seite? Wo bleibt die Familienpolitik? Oder mag sie etwa keine Männer?

Lilli Brand steht kurz vor dem Kollaps. Ihre Umfragewerte stagnieren, ihrem Image-Profil fehlt ein kleines Mosaiksteinchen. Ein Mann muss her! Raus aus dem Feuilleton, rein in die „People-Spalte“!

Ihr dauerverlobter Albert? Geht leider nicht. Ein netter Mensch. Wirklich. Aber bei der Post, wahrheitsliebend, von Grund auf gründlich. Lilli hält ihn seit Beginn des Wahlkampfs gut versteckt. Albert ist einfach weder medial noch hauptstadtkompatibel. Lillis Sandkastenfreund Hans dagegen wäre der ideale Kanzlerinnen-Ehemann. Sie überredet ihn zu einer Scheinehe für die Zeit bis zur Wahl inklusive pressewirksamer Kreuzfahrt.
Nur – fast hätte es Lilli in der Hektik vergessen – Hans ist ebenfalls verlobt, mit Gwendoline, einer Schau-spielerin (oder so was in der Art). Zudem packt auch Albert die Leidenschaft der Eifersucht. So werden also mindestens vier Koffer auf Reisen gehen, ständig bewacht von Papparazzis und der Yellow-Press.

Aber Lilli Brand hat einfach keine Lust nur „Kanzlerin der Herzen“ zu werden – sie packt ihre Bohrmaschine ein…

Das Schiff sticht in See…

Musikalische Leitung und Klavier: Andrew Hannan / Jens-Karsten Stoll
Regie: Heidi Mottl
Ausstattung: Beata Hundertmark
Choreographie: Andrea Heil
Mit: Michaela Allendorf, Rudolf Krause, Gerald Michel und Doris Prilop

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