FRIENDLY FIRE.

Oper von Klaus Arp (Musik) und Andreas Bisowski (Libretto).

Uraufführung 09.09. 2004

„Um Gottes Willen“ – mit diesen Worten beginnt die Oper Friendly Fire, die am 9. September in der neuköllner oper ihre Uraufführung erlebt. Durch „Gottes Willen“ kann die Familie Crane, irgendwo in den USA, ihren Sohn wieder in die Arme schließen, der „in der Wüste“ für sein Land gekämpft hat und zwischendurch in Gefangenschaft geriet. Doch schnell stellt sich heraus, dass Tommy nicht mehr derselbe ist. Er ist schweigsam geworden und man vermutet, er leide unter dem berüchtigten „Posttraumatischen Stress-Syndrom“. Doch Tommy zeigt keine typischen Anzeichen dafür. Er ist nicht depressiv und bekommt nachts keine Schreikrämpfe. Wenn er spricht, berichtet er. Kalt und präzise wie ein Reporter befeuert er die Familie mit grausamen Details vom Krieg. Er macht damit seine eigene Heldenverehrung unmöglich und sprengt die heimische Idylle im Haus der Cranes.
Doch welchen „Sinn“ soll ein Krieg haben, wenn man auf die eigenen Soldaten, auf die eigenen Kinder und Brüder nicht stolz sein kann? Als die Familie zu zerbrechen droht, entscheidet man sich, aus Tommy doch noch einen Helden zu machen. Einen unsterblichen.

Nach Angela – eine Nationaloper nimmt sich das Team um Regisseur Robert Lehmeier bereits zum zweiten Mal eines aktuellen politischen Sujets an. Für Klaus Arp (langjähriger Dirigent des SWR-Rundfunkorchesters und künstlerischer Leiter der Stiftung Villa Musica in Mainz) ist es die erste Zusammenarbeit mit Andreas Bisowski, der an der neuköllner oper die Libretti für Herz über Bord und Es fliegt was in die Luft schrieb.

Musikalische Leitung: Hans-Peter Kirchberg
Inszenierung: Robert Lehmeier
Bühnenbild. Tom Musch
Kostüme: Markus Meyer
Mit: Dieter Goffing, Jeannine Hirzel, Christian Jenny, Helena Köhne, Katja Ladentin, Donna Lee, Eike-Harriet Riga, Anja Taube

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