EURYDIKE@UNTERWELT.

Ein ComputerSingSpiel von Hans Petith (Musik) und Johanna Martin (Text).

Uraufführung 27.09. 2001

Scheinbar ist alles in Ordnung mit IHM und IHR. Aber wir schreiben das Jahr 2001: – Der Computer. Unendliche Weiten. Welten, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat…
Für SIE ein praktisches Arbeitswerkzeug, erlebt ER im Computerspiel die Welt der unbegrenzten Möglichkeiten, die IHN schon bald Raum und Zeit vergessen lassen. Und so erkaltet rasch das Interesse am gemeinsamen Leben mit IHR. Da beschließt SIE, unglücklich und unzufrieden mit der Situation, ohne sein Wissen den Gang in die virtuelle Welt, um IHN wieder für sich zurückzugewinnen.

Wir schreiben das Jahr 2001, und doch sind es die alten Motive von Orpheus und Eurydike, die uns in der Beziehung von IHM und IHR mit veränderten Vorzeichen wieder begegnen: Keiner weiß so recht, wie es zum Verlust des Geliebten kam.

Der betäubende Biss einer Schlange, die über den andern kommt und ihn vom Virus infiziert zurücklässt? Eine Suche, die zur Sucht wird? Einer, der endlich findet und sich selbst schließlich dabei verliert?
In den archaischen Bildern und in der Klangwelt früher Oper leben alle Geister der Unterwelt, Götter, Monstren, ihr sieghafter Held Orpheus und Eurydike, die Vielgeliebte. Für das musikalische Computerspiel schlüpft SIE in verschiedene Rollen und entdeckt dabei ungelebte Seiten – und die Musik.

Die Reise ins Virtuelle wird zu einer Zeitreise in versunkene Klangwelten. Es trifft eine an Monteverdi angelehnte Tonsprache auf Tontechnik des elektronischen Zeitalters; es treffen sich Schauspiel und frühe Oper, und SIE trifft IHN im Gesang.

Gefühle werden wach, was tot geglaubt war, scheint zurückzukehren – wären da nicht noch die unendlichen Weiten der Unterwelt und – EURYDIKE…

Musikalische Leitung: Hans Petith
Regie: Matthias Messmer
Ausstattung: Beata Hundertmark
Mit: Asita Djavadi und Matthias Jahrmärker. Klavier: Hans Petith; am Cello: Anna Kullick

KOMMENTARE