DIE ROSE VON STAMBUL.

Operette von Leo Fall (Musik) und Julius Brammer/ Alfred Grünwald (Text).
Fassung für die Neuköllner Oper von Paul Brody und Yüksel Yolcu.

Premiere 27.01. 2005

Junges Mädchen liebt jungen Mann und soll auf ihres Vaters Geheiß mit einem anderen verheiratet werden. Der Angebetete und der andere sind aber ein und dieselbe Person und so könnte einem schnellen Happy End nichts im Wege stehen. Doch Kondja möchte sich nicht mit der (traditionellen) Rolle einer türkischen Ehefrau zufrieden geben und Achmed kann sich anscheinend nur als französischer Dichter selbst verwirklichen.
Den (zeitlosen) Kampf der Liebenden gegen Konventionen und füreinander bringen ein international besetztes Leitungsteam um Regisseur Yüksel Yolcu in ihrer ersten Arbeit für die Neuköllner Oper auf die Bühne und haben Leo Falls Operette von allen hinderlichen Klischees befreit:

Zwei Menschen lieben sich und kennen sich doch nicht. Damit aber das rationale Nicht-sehen-können nicht am Ende obsiegt, muss das Herz die Führung übernehmen. Das ist so einfach und funktioniert in der Operette genauso wie im richtigen Leben, in der Türkei genauso wie in Deutschland und selbst in einer Zeit, in der Menschen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit unter Generalverdacht gestellt werden.
Mit türkisch-arabischen Instrumenten wie dem Oud (Laute) oder der Darbouka (Trommel) holt Arrangeur Paul Brody Leo Falls walzerselige Musik ins World Music geprägte Heute, Ismet Ergün verwandelt den alten Ballsaal der Passage in einen sinnlichen west-östlichen Diwan.

Inszenierung: Yüksel Yolcu
Musikalische Leitung: Hans-Peter Kirchberg / Winfried Radeke
Choreographie: Jaime Tadeo Mikan
Bühnenbild: Ismet Ergün
Kostüme: Marie-Luise Lichtenthal
Mit: Véronique Elling, Kathleen Herzer, Alexander S. Nikolic, Karen Probst, Robert Putzinger, Ruth Rosenfeld, Harald Schröpfer

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