DER FALL RIGOLETTO.

Ein Vatikan-Krimi mit der Musik von Giuseppe Verdi & Etta Scollo, erzählt von Bernhard Glocksin.

Urauführung 22. Oktober 2009

Rom 1983. Ein junges Mädchen kehrt nach ihrem Gesangsunterricht nicht mehr nach Hause zurück. Ihr Vater ist Angestellter im Vatikan, die Ermittlungen führen ins Zentrum der Kurie und der römischen Mafia. Rom 2008. Eine Zeugin berichtet, das verschwundene Mädchen sei damals entführt, ermordet und in einem Sack in einer Betongrube versenkt worden. Die Medien berichten, die Ermittlungen laufen erneut an. Doch der Vatikan verweigert wieder die Zusammenarbeit. So bleibt die Tat bis heute unaufgeklärt.
Der Fall der 15jährigen Emanuela Orlandi ist real und gleicht in erschreckender Weise der Oper von Verdi. Wie der Narr Rigoletto ist Vater Orlandi ein kleiner Angestellter am Hofe (hier: der Kurie), und auch er kann seine Tochter nicht vor dem Zugriff der Mächtigen und schließlich ihrem Untergang bewahren.
Und wie hier die Geschichten der Oper und der Wirklichkeit ineinander fließen, so zeigt sich im Fall Rigoletto die Nähe Verdis zu seinem Volk und dessen Realität auch in der Musik – durch neue Arrangements und Lieder von Etta Scollo, die man zu den führenden Sängerinnen Italiens zählt.

Nach zahlreichen Recherchen und Gesprächen vor Ort setzt das Stück die aktuell verfügbaren Informationen in die Oper. Der Fall Rigoletto ist das Drama eines Vaters, der sein Kind nicht schützen kann, ein Drama über Gewalt und Alltag in Italien und das Drama des Missbrauchs einer zynischen Macht vor unseren Augen, mitten in einem demokratischen Europa. Und eine Hommage an ein Mädchen und ein anderes Italien, das wir nicht vergessen wollen.
Fassung und Inszenierung: Bernhard Glocksin / Musikalische Einrichtung: Ferdinand von Seebach / Etta Scollo / Musikalische Leitung: Ferdinand von Seebach / Hans-Peter Kirchberg / Choreographie: Krystyna Obermaier / Bühne: Helmut Topp / Kostüm: Elena Zielinski, Christina Kämper / Recherche und Mitarbeit: Sabrina Rossetto, Carola Söllner /Dramaturgie: Gerhard Müller

Mit: Volker Briesemeister, Dejan Brkic, Kerem Can, Lars Grünwoldt, Jörg Gottschick, Tobias Hagge, Kristina Jean Hays, Bianca Ianuzzi, Claudio Martino, Constanze Morelle, Egill Arni Palsson, Alexandra Schmidt, Etta Scollo

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