DER ELEFANTENMENSCH.

Ein Auftragswerk für das Theater der Jugend Wien in Koproduktion mit der Neuköllner Oper.
Musik: Niclas Ramdohr, Text: Peter Lund.

Uraufführung in Wien: 12. März 2004

Uraufführung der Berliner Fassung: 22.04. 2004

London 1862.
Ganz England spricht von John Merrick, dem sagenumwobenen Elefantenmann, den Doktor Treves auf einem Jahrmarkt entdeckt hat und der jetzt sogar der Königin vorgestellt werden soll. Zu interessant sind aber auch die Gerüchte, die sich um diese Missgeburt ranken; der menschlichen Sprache soll er mächtig sein, gar eine Seele soll diese Kreatur besitzen und Lady Cumsford behauptet, sie hätte sich mit ihm über Shakespeare unterhalten.

Kaum glaubhaft, wenn man bedenkt, dass dieses Wesen noch sechs Monate zuvor als armselige Hauptattraktion einer billigen Freak-Show durchs Land gezogen ist. Jetzt logiert er in der Wimpolestreet, empfängt die Spitzen der Gesellschaft und soll letzten Mittwoch in einer Loge des Drury-Lane-Theaters gesehen worden sein….

Die ebenso unglaubliche wie wahre Geschichte des John Merrick möchte die neuköllner oper in Koproduktion mit dem Renaissancetheater Wien neu erzählen.

Und das wollen wir mit den Augen der vierzehnjährigen Anna Treves, die ihn gemeinsam mit ihrem Vater John auf dem Jahrmarkt entdeckt, die so gerne ein Haustier hätte und glaubt, John könnte dieses Haustier sein, und die sich in ihrem Körper fast ebenso unwohl fühlt wie ein Elefantenmensch.
Es dauert eine ganze Weile, bis Anna begreift, dass es einen gewaltigen Unterschied ausmacht, ob man irgendwann aus seinem ungeliebten Körper herauswächst oder auf ewig in ihm eingesperrt bleiben muss. Und auch, wenn die gefeierte Schauspielerin Mrs. Kendall immer wieder beteuert, dass der Mensch alles sein kann, was er sich wirklich glaubt und Doktor Treves wirklich glaubt, dass alles repariert werden kann, was den Menschen krank macht, ist Anna vielleicht die Einzige, die weiß, dass John weder Glauben noch Medizin werden helfen können.

Nach ihrem sehr heutigen und berlinerischen Erfolg mit PanikSoundClub sind Niclas Ramdohr und Peter Lund diesmal ins England des 19. Jahrhunderts gereist, um ein musikalisches Märchen zu finden, dass um so unheimlicher und anrührender ist, weil es einfach wahr ist.

Musikalische Leitung: Hans-Peter Kirchberg/Niclas Ramdohr
Regie: Peter Lund
Choreographie: Götz Hellriegel
Bühnenbild: Ulrike Reinhard
Kostüme: Reinhild Blaschke
Mit: Samuel Schürmann/Jörn Linnenbröker, Elena Brandes, Erwin Bruhn, Michael Hoffmann, Joel Kirby, Guido Kleineidam, Klaus Siebers, Heiko Stang, Claudia Stangl

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