COSÌ FAN TUTTE.

oder Die Schule der Liebenden.

Komische Oper in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart und Lorenzo da Ponte.

Musikalische Bearbeitung von Winfried Radeke
Neuübersetzung der Gesangstexte von Peter Lund

Premiere 14.08. 2003

So machen es alle oder: die Schule der Liebhaber. Mädchentreue, Weibertreue. Eine macht’s wie die andere. Ein sehr bedenklicher schlüpfriger Text, zu dem Mozart eine unsterbliche Musik geschrieben hat. Eine komische Oper.
Die beiden jungen Offiziere Ferrando und Guglielmo, mit den beiden Schwestern Fiordiligi und Dorabella verlobt, sitzen mit ihrem Freunde Alfonso im Kaffeehaus in lebhaftem Streit, weil er behauptet, ihre Bräute würden die Probe der Treue nicht bestehen, denn Weibertreue sei ein Phönix, den noch niemand gesehen habe. Die Wette gilt, denn auf Fiordiligi und Dorabella ist absolut Verlass. Immer und überall, besonders dann, wenn es um das EINE geht. Da sind sich deren Partner Guglielmo und Ferrando ganz sicher. Weil man sich eben gut kennt.

Also schön: Es folgen Intrige mit Hilfe des Kammerkätzchens Despina, Marschbefehl, Verkleidung, Giftfläschchen, magnetische Kur eines zwielichtigen Doktors, „Den–Leblosen-trotz-anfänglichen-Sträubens-den Kopf-halten-müssen“ mit anschließender Bitte um einen Kuss, Entrüstung, Erschütterung, dann doch Leichtfertigkeit mit Hingabe an allerlei zärtliches Getändel, Befriedigung der Neigung, Hochzeit mit den Falschen, schließlich beschämende Aufklärung und zum Schluss rasche Versöhnung.
Das klingt verdächtig heutig. Was wäre daraus geworden, hätten Sie mit der besten Freundin oder dem besten Freund vor 20 Jahren Sie wissen schon was anstatt die ganze Nacht durchdiskutiert? Wie steht es mit all den Fiordiligis und Dorabellas in uns? Mit Herzens-, Geistes- und der Treue weiter unten? Oder anders formuliert: Wieviele Männer sind zu viele Männer?

Die Neuköllner Oper nimmt diese Frage ganz wörtlich und vermeidet damit die sexistischen Peinlichkeiten der ursprünglichen Version: 10 Männer – davon 4 an zwei Klavieren – kämpfen mit der Treue und um sie. Und mit der Erkenntnis, dass man den Partner auch zu gut kennen kann. Eine Aufführung für die ganze große Familie.

Musikalische Leitung: Jens-Karsten Stoll
Regie: Robert Lehmeier
Bühnenbild: Markus Meyer
Kostüme: Marcel Zaba
Mit: Michael Bielefeldt, Gero Bublitz, Matthias Ehm, Assaf Kacholi, Jan Remmers, Christian Senger

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