COMBATTIMENTO x 2.

nach Claudio Monteverdi
Ein Regieprojekt von HfM Hanns Eisler und Neuköllner Oper
Premiere 24. März. Weitere Aufführungen 25./26. März

Zum zweiten Mal laden HfM Hanns Eisler und Neuköllner Oper also zur Nacht der Talente: wie erzählt eine junge Generation von Musiktheatermachern einen großen, so „alten“ wie zeitlosen Konflikt mitsamt seiner affektgeladenen Musik aus dem Frühbarock heute und hier?

I: Trauma
Eine wilde, körperliche Auseinandersetzung endet tödlich für einen von zwei Kämpfern, die sich nicht erkennen. Tancredi muss feststellen, dass er soeben seine geliebte Clorinda umgebracht hat.
Er durchläuft Stufen der Trauer, verfällt in Depressionen, Wahnsinn, Albträume; er muss nun immer wieder sein Trauma durchlaufen, in einer endlosen Abwärtsspirale seine Tat immer aufs Neue durchleben und sich mit seinen Schuldgefühlen auseinandersetzen.

Regie: Tristan Braun | Bühne/Kostüme: Lydia Huller, Mariam Haas | Musikalische Leitung: Walewein Witten
Mit: Sarah Bouchet, Georg Drake, Florian Müncheberg, Konstantin Parnian, Isabel Reinhard, Caroline Schnitzer und dem Orchester Chiaroscuro Consort

II: CATCH3000
Ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke, wie Shawn im Match zu ihm „I‘m sorry, I love you“ sagte und ihn dann unter Tränen pinnte.
In Catch3000 wird das Musiktheater zur Wrestling-Arena. Christen gegen Muslime, Frauen gegen Männer, Spongebob gegen Patrick: der Zweikampf bis hin zur Abschlachtung ist es, den Kreuzritter Tancredi und die Muslima Clorinda in Monteverdis Combattimento suchen. Catch-Experte Roland Barthes: „Für einen Liebhaber des Catchens gibt es nichts Schöneres als die rächende Wut eines verratenen Kämpfers, der sich mit Leidenschaft auf das ätzende Bild der Unfairness wirft.“ Das nächste Match bestreiten Achill und Penthesilea. Die Kleistschen Helden sind so ineinander vernarrt, dass Penthesilea ihren Geliebten am Ende einfach auffrisst. Küsse, Bisse – was heißt das schon? Kämpfen sie doch innerhalb eines Systems, das ihnen suggeriert, sie könnten ihr Glück allein in der Überwindung des anderen finden.

Musikalische Leitung und Cembalo: Marinelle Dell’Eva | Regie: Marielle Sterra | Ausstattung/Kamera: Kim Scharnitzky | Sound: Martin Lutz | Dramaturgische Mitarbeit: Dennis Depta
Mit: Dennis Depta, Eva Hüster, Aciel Martinez Pol, Kara Schröder, Felix Witzlau. Special Guest: Peter Nastke