ASSASSINS – ATTENTÄTER.

Musical von Stephen Sondheim (Songtexte und Musik) und John Weidman (Buch)
Koproduktion mit der UdK Berlin und dem Kleist Forum Frankfurt.

Premiere 12.06. 2002

Auch in diesem Sommer gibt es eine Zusammenarbeit der Neuköllner Oper mit dem Studiengang Musical der UdK. Nach den überaus erfolgreichen „Ausgrabungen“ Lady, be Good! und Die Boys von Syrakus und der eigens für den letzten Jahrgang geschriebenen Uraufführung Love Bite – Biss ins Herz möchten wir dieses Jahr – erstmals in Koproduktion mit dem Kleist Forum Frankfurt – Stephen Sondheim unsere Referenz erweisen.
Stephen Sondheim ist mit Sicherheit der innovativste zeitgenössische Musicalkomponist. Wohl kaum ein Künstler hat so oft bewiesen, dass es keine ungeeigneten Themen für das Musiktheater gibt und mit diesem Anspruch die Grenzen des Musicals immer wieder gesprengt. Höchste Zeit also für die Neuköllner Oper, eines unserer „Vorbilder“ endlich einmal in Berlin zu präsentieren – was bis dato beschämend wenig passiert ist. Um so besser für uns: selbst mit Sondheim betritt man in Berlin noch Neuland.

Assassins – Attentäter ist eines von Sondheims bösesten und politischsten Stücken. Acht Menschen, die versucht haben, einen amerikanischen Präsidenten zu erschießen – vier davon mit Erfolg – stellen sich dem Publikum vor. Mit ihren Beweggründen, ihren Biographien, ihren gescheiterten Träumen arbeiten sie sich am amerikanischen Traum ab:
Jeder hat ein Recht auf Glück…

Diese Zeile aus der amerikanischen Verfassung ist auch gleich der erste Song, mit dem die acht Attentäter singend und tanzend das Publikum begrüßen. Und es wird noch einiges mehr gesungen und getanzt, bis mit der großen „Gegennationalhymne“ Lee Harvey Oswald von seinen Vorgängern überredet werden soll, Kennedy zu erschießen und damit ein Attentat zu vollbringen, dass Amerika und der Welt ihre Unschuld nimmt…

Zehn Jahre nach der Uraufführung ein unangenehm visionäres Stück. Und es verwundert nicht, dass die für dieses Jahr geplante Revival-Produktion am Broadway kurzerhand abgesagt wurde. Bei uns an der Neuköllner Oper werden die Attentäter stattfinden – als ein Versuch, politisches Musiktheater zu machen und vielleicht dahinter zu kommen, was Menschen dazu bringt, „aus der Reihe zu tanzen“ – mit den Mitteln eines Genres, das sich häufig genug um das genaue Gegenteil bemüht.

Musikalische Leitung: Hans-Peter Kirchberg
Arrangements: Thomas Zaufke
Regie: Peter Lund
Choreographie: Neva Howard
Bühne: Jürgen Kirner
Kostüme: Regina Schill

Mit: Julia Berger, Tilmann von Blomberg, Janko Danailow, Mark Derichs, Julia Hecker, Marcus Hezel, Saskia Huppert, Leon van Leeuwenberg, Jessica Maletzky und Tillmann Schnieders

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