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GOLEM.

Oper von Nicolae Bretan (1887- 1968)

Deutsche Erstaufführung 11.Juni 2015

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Eine Geschichte, die Mittelalter und Zukunftsvision verbindet: der GOLEM. Vom Rabbi Löw „aus Lehm“ gemacht, übernimmt dieser die vom Menschen verachtete Arbeit – bis er eigene Ansprüche stellt. Die Beziehung Mensch – Maschine wird zur Gefahr. Der rumänische Komponist Nicolae Bretan greift diesen Stoff 1924 auf und schreibt seine Version – über den GOLEM, der nun selbst zum Menschen werden, lieben und Nachkommen zeugen will.

Im Kern der Geschichte glühen heftige Emotionen: im Haus seines Herrn und Erfinders Löw liegt Anna, die Zieh-Tochter. Golem hat sich in sie verliebt, hat sie wohl „berührt“, nun ist sie krank. Infiziert von der „Maschine Golem“? Golem will sie retten, ebenso Löw. Doch Golem will Anna ganz, und fordert von Löw auch Fruchtbarkeit, echtes Leben, will mit Anna Kinder zeugen. Löw ist in einer ausweglosen Situation: gibt er seiner Kreatur, seiner genialen Erfindung nach, hätte das unkontrollierbare Folgen. Und Anna könnte sterben im Kontakt mit Golem. Um sie zu retten, müsste er ihn vernichten. Und seinen Traum vom künstlichen Menschen begraben. Was tun?

Bretans Oper führt uns an einem Kernkonflikt von Mensch und Maschine. Entstanden in einer Zeit der Faszination von technischem Fortschritt, Futurismus und Surrealismus, gestaltet Bretan seinen Golem demonstrativ als menschlich fühlendes Wesen und schreibt große Oper:

Mit vollem Orchester, leidenschaftlichen Sängerpartien, mit spätromantischen Klängen und einem lyrischen Melos, das den Westen und Osten Europas zu verbinden scheint, als hörte man Puccini, Rachmaninow und eben Bretan zugleich. Erstaunlich, das Bretan (1887- 1968) mit seiner so emotionalen wie effektvollen Musik in Deutschland und Westeuropa ein Unbekannter ist, zählt er doch in Rumänien zu den führenden Protagonisten jenes jungen Staates, für die er auch eine „Nationaloper“ schrieb.

Arrangement: Tobias Schwencke
Regie: Paul-Georg Dittrich
Ausstattung: Pia Dederichs
Video: Steffen Kraska
Dramaturgie: Bernhard Glocksin

Mit: James Clark, Lars Feistkorn, Martin Gerke, Ulrike Schwab