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Wo ist Umm Kulthum? Neukölln singt mit

Ein Fest für Umm Kulthum in der Passage
إحتفال بأم كلثوم

Am 4. und 5. Juli 2026, 16:00 bis 19:00
٤ و٥ يوليو ٢٠٢٦

© Christine Kriegerowski

„Du bist mein Leben, das mit deinem Licht am Morgen begann.“ 
(aus dem Lied Enta Omry, „Du bist mein Leben“, von Umm Kulthum)

Für zwei Tage wird die Passage der Neuköllner Oper Berlin zum Open-Air-Wohnzimmer Neuköllns – mit einem Fest rund um das musikalische wie gesellschaftliche Erbe der ägyptischen Sängerin und Ikone Umm Kulthum. Als „vierte Pyramide Ägyptens“ hat sie Generationen von Menschen in der gesamten arabischen Welt geprägt.

Zwischen Live-Musik, Listening Sessions und moderierten Gesprächen sind Besucher*innen eingeladen, eigene Schallplatten, Kassetten, CDs oder digitale Formate sowie Gegenstände mitzubringen, die sie selbst mit Umm Kulthum verbinden. Gemeinsam wird gehört, erinnert und diskutiert – persönlich, politisch und musikalisch. Auf Monobloc-Stühlen, vor Wachstischdecken, mit Getränken vom Späti, selbst mitgebrachtem Essen und deutsch-arabischer Verdolmetschung entsteht eine gemeinschaftliche Atmosphäre: ein Fest von und für Nachbar*innen, Initiativen, Vereinen, Umm-Kulthum-Fans und Künstler*innen.

„إنت عمري اللي ابتدى بنورك صباحه“ 
(من أغنية “إنت عمري„ لأم كلثوم)

على مدار يومين، سيتحول ممر نويكولنر أوبر إلى غرفة معيشة في الهواء الطلق، ليستضيف إحتفالاً بالإرث الموسيقي والاجتماعي للمطربة المصرية الأيقونة أم كلثوم، والمعروفة أيضا ب“كوكب الشرق„، والتي شكلت أجيالاً من المستمعين عبر بلدان العالم العربي

من خلال الموسيقى الحية، وجلسات الاستماع والحوارات المنظمة، ندعو الزوار لإحضار تسجيلاتهم وشرائط الكاسيت والأقراص المدمجة والوسائط الرقمية، أو أية أدوات شخصية، ترتبط لديهم بأم كلثوم. سينصت المشاركون سوياً، ويتذكرون و يتناقشون، على المستويات الشخصية والسياسية والموسيقية. وبينما يجلسون على مقاعد من الكتل الأحادية، مجتمعين حول طاولات مغطاة بالمفارش المشمعة، وعليها مشروبات من الدكاكين المحلية وأطعمة بسيطة، وبمصاحبة ترجمة من الألمانية إلى العربية، يتخلق جو إجتماعي جماعي. إنه إحتفال للجيران والمبادرات والجمعيات ومحبي أم كلثوم والفنانين، وهو إحتفال منهم أيضاً. كل على حد سواء

Die Veranstaltung findet im Rahmen von 48 Stunden Neukölln und anlässlich der Inszenierung طرب / TARAB statt. 

“الإحتفال هو فعالية من فعاليات نويكلن في ٤٨ ساعة، وهو مرتبط أيضاً بعرض ”طرب 

Inszenierte Portraits von Fatima Çalışkan im Rahmen der Performanceaufführung »Faserland-Boys und Ich« für Tatwerk/Performative Forschung.
Fatima Çalışkan © Markus Glahn
Leila Ey © Norman Ulloa
Yousra © Amany Hassan

Beteiligte

PROGRAMM Anica Happich PROGRAMM & MODERATION Fatima Çalışkan BÜHNENBILD Mayan Tuulia Frank DOLMETSCHERIN Linda Haddad

MIT Leila Ey von Sister*Queens (Rap) am 4. Juli und Yousra (Sängerin & Songwriterin) am 5. Juli sowie den Musikern Yazan Alsabbagh (Klarinette), Valentin Link (Bass), Bernd Oezsevim (Schlagzeug)

Wir freuen uns auf die Beteiligung von Initiativen und Vereinen sowie die engagierten Neuköllner*innen.

Biografien

Fatima Çalışkan

© Sait Tarakçıoğlu

Fatima Çalışkan ist eine international arbeitende Autorin und Moderatorin. Direkt nach dem Abitur ist sie der großmütterlichen Altbauwohnung gegenüber eines Gefängnisses am Rande des Ruhrgebiets entflohen. Als erste von fünf Geschwistern absolvierte sie einen sozialwissenschaftlichen Master an der Ruhr Universität Bochum.

In ihrer künstlerischen Arbeit verbindet sie fundierte Recherche mit Unterhaltung. Sie schreibt, spielt und inszeniert dramatische und satirische Produktionen. Stationen sind u.a die Volksbühne am Rosa-Luxemburg Platz und das Ballhaus Ost.

Als Moderatorin verbindet sie Wissensvermittlung, kritische Analyse und Recherche mit Unterhaltung für Konferenzen, politischen Panels und Artist Talks. Ihr fachlicher Schwerpunkt liegt auf kunst- und kulturpolitischen Themen, zu denen sie Analysen und Essays für Think Tanks, Stiftungen und Verbände schreibt. Sie kuratiert und moderiert deutschlandweit regelmäßige Gesprächsformate.

Leila Ey

© Norman Ulloa

Leila Ey ist Rapperin, Freestylerin und Promoterin. Im Alter von 14 Jahren begann sie zu rappen und ihr großes Freestyle-Talent zu entwickeln. 2016 gründete sie “Women’s World”, das Frauen* einen Raum und eine Plattform bietet, um sich weiter zu entwickeln, zu vernetzen und gegenseitig zu fördern. Leilas größte Inspiration kommt aus der 90’s Golden Era – mit Missy Elliot als eines ihrer größten Vorbilder. Vor nicht allzu langer Zeit fing sie an, auf Reggae-Riddims zu rappen und entdeckte hier ein tanzbares Talent. Macht euch auf Vibes gefasst, denn Leila ist eine geborene Entertainerin und krasseste Freestylerin!

Yousra

© Amany Hassan

Yousra verbindet auf eindrucksvolle Weise deutschsprachige Texte, Pop, Jazz, Soul und ihre marokkanischen Wurzeln. Die gebürtige Berlinerin singt mit ihrer kräftigen Stimme über sanfte Melodien, begleitet von Gitarren und Pianos. Sie singt von Liebe, Abschieden und Berlin, die Stadt, die ihre Heimat und immer auch ein Teil ihrer Lieder ist – eine musikalische Reise zwischen Erinnerung, Sehnsucht und Zugehörigkeit.

Yazan Alsabbagh

© Yazan Alsabbagh / Dovile Sermokas

Yazan Alsabbagh ist ein deutsch-syrischer Klarinettist, Komponist und Musikproduzent mit Wohnsitz in Berlin. Als Solist trat er mit renommierten Orchestern und Ensembles auf und konzertierte in bedeutenden Spielstätten wie der Elbphilharmonie Hamburg, dem Pierre Boulez Saal, dem Konzerthaus Berlin sowie bei internationalen Festivals in Europa und dem Nahen Osten. Seine künstlerische Arbeit verbindet arabische Musiktraditionen mit zeitgenössischen und klassischen Einflüssen und vereint Interpretation, Komposition und interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Valentin Link

Valentin Link wurde 1987 in Herrenberg geboren. 2013 schloss er sein Studium Jazz- und Popularmusik mit Hauptfach Kontrabass an der Hochschule für Musik und Darstellende Künste in Mannheim ab. Im gleichen Jahr gewann er mit dem Projekt Schattentrios, das Jazz, zeitgenössische Klassik und elektronische Musik verbindet, den Publikumspreis beim Open-Mind Wettbewerb der Kunst- und Musikhochschulen des Landes Baden-Württemberg. Daraufhin nahm er sein Studium am Institut für Musik und Medien mit den Schwerpunkten Medienkomposition, Visual Music und Klassische Musikaufnahme in Düsseldorf an der Robert Schumann Hochschule auf.

2015 reiste er mit dem Projekt Palanteeroo in das von Christoph Schlingensief initiierte Operndorf in Burkina Faso, um dort ein Tonstudio einzurichten und Konzerte u. a. mit Patrick Kabré und Tim Winsey in Ouagadougou zu spielen. Konzertreisen und Tourneen mit seinem elektronisch/akustischen Trio KUF führten ihn nach Tschechien, Slowakei, Ukraine, Frankreich, Belgien, Luxembourg, Bulgarien, UK, Japan und Südkorea. Einladungen internationaler Festivals beinhalten das Moers Festival, Shapes Festival Norwegen, die Kunstfestspiele Hannover und das Acusmatiq Festival in Italien. 2018 hatte KUF eine Künstlerresidenz im Rahmen des ‚Paradise Air‘-Programms in Matsudo, Japan inne.

Seit 2018 arbeitet er eng mit der iranischen Sängerin Hani Mojtahedy, sowie dem Babylon Orchestra aus Berlin zusammen. Konzertreisen mit dem Goethe-Institut führten in den Irak und Italien. 2020 gründete Valentin Link zusammen mit der Sängerin Silvia Pfändner die Band sink. Im selben Jahr trat er dem Jazz/Postrock/Minimal Quintett Monoglot bei. Seit 2021 ist Valentin Link Mitglied des Leipziger Sextetts Hotel Rimini.

Bernd Oeszevim

Bernd Oezsevim (*1980) ist Schlagzeuger, Improvisator und Komponist mit internationaler Konzerttätigkeit. Bereits früh entwickelte er eine starke künstlerische Ausrichtung auf Jazz und freie Improvisation, die bis heute seine Arbeit prägt.

Seit seinem Studium an der Folkwang Hochschule Essen zählt er zu den prägenden Musikern der europäischen Jazz- und Improvisationsszene. Eine zentrale künstlerische Zusammenarbeit verbindet ihn seit vielen Jahren mit der Free-Jazz-Ikone Gunter Hampel, mit dem er international konzertierte und zahlreiche interkulturelle Projekte realisierte.

Musikalische Impulse führten ihn unter anderem nach Marokko, Kuba und Mali. Er arbeitete mit Musiker*innen der Gnaoua- und Issawa-Tradition, mit dem Touareg-Musiker Ahmed Ag Kaedi sowie mit Henry Taylor, Sohn der Afrobeat-Legende Ebo Taylor. 2018 wurde er vom Moers Festival als musikalischer Direktor des internationalen Projekts „Marimba Madimba“ eingeladen.

Neben seiner Konzerttätigkeit wirkte Oezsevim an Theater-, Hörspiel- und Filmproduktionen mit, darunter Musikaufnahmen für den Film David Lynch: The Art Life. Seine Arbeit bewegt sich zwischen Jazz, freier Improvisation, zeitgenössischer Musik und globalen musikalischen Traditionen.

Anica Happich | PROGRAMM

© Simon Hegenberg

Anica Happich, gebürtige Klein Oschersleberin (Sachsen-Anhalt), ist Kulturarbeiterin, die an öffentlich geförderten Theatern, in der freien Szene und in der Filmbranche tätig ist.

2021 initiiert sie das PHOENIX Theaterfestival in Erfurt. Dort fördert sie Nachwuchskünstler*innen, betreibt aktiv Publikumsforschung und bespielt mit mobilen Bühnen und anderen künstlerischen Formaten die ganze Stadt. Für das Festival entwickelt sie die radiaklen K’s – radikale Kooperation, Ko-Kreation und Kollaboration. Mit dieser Maxime wirbt sie für interdisziplinäre Ansätze und Ressourcensharing. Die Festivalausgabe der PLATTENSTUFEN-FESTSPIELE 2024 im ehemaligen DDR – Neubaugebiet Erfurt Rieth, welche 2.300 Menschen erreichte, gewann den Zukunftspreis KULTUR GESTALTEN der kulturpolitischen Gesellschaft. 

2025 übernimmt Anica Happich die Projektleitung des Programmes ÜBERMORGEN an der Neuköllner Oper und erkundet Bedarfe der Nachbarschaft und entwickelt neue Wege der Zusammenarbeit und erste Partnerschaften mit den Nachbarinnen und Nachbarn im Rollbergkiez.

Mit Beginn der Spielzeit 2026/2027 übernimmt Anica Happich gemeinsam mit Timofey Kulyabin die Schauspieldirektion am Staatstheater Cottbus. 

Für die Neuköllner Oper übernimmt Anica Happich die Kuration und Projektleitung des Passagenfestes WO IST UMM KULTHUM – NEUKÖLLN SINGT MIT. 

Mayan Tuulia Frank | BÜHNENBILD

© Meo Wulf

Mayan Tuulia Frank (keine Pronomen) macht Kunst mit dem Schwerpunkt Bühnen-, Kostüm- und Szenenbild. Mayans interdisziplinäre Praxis bewegt sich zwischen Theater, Installation und visuellem Erzählen und ist geprägt von kräftigen Farben, markanten Texturen sowie surrealen, oft grotesken Objekten. Die Arbeit erforscht die Spannung zwischen Material, Raum und Narration und verwebt Popkultur, queere Ästhetiken und persönliche Erinnerungen zu lebendigen, überzeichneten Szenarien. Dieser Ansatz ist sowohl konzeptuell als auch praktisch orientiert, mit einem Fokus auf kollaborative Prozesse und transformative visuelle Welten.

Zu den jüngsten Projekten zählen Bühnenbilder für die Volksbühne Berlin, das Staatstheater Cottbus und das Theater Altenburg Gera. Seit Sally – Mein Leben im Drag, das später zum Radikal Jung Festival eingeladen wurde, besteht eine kontinuierliche künstlerische Zusammenarbeit mit Regisseurin und Dragtress Meo Wulf. Langjährige Kooperationen bestehen zudem mit Andrea Pinkowski, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und Charlotte Garraway. Zu den kommenden Premieren zählen Der Sturm von Shakespeare (Kostüm- und Bühnenbild, Regie: Pinkowski) am 16. Juli beim Burgtheatersommer Roßlau sowie Planet der Hasen (mit Katharina Grosch) am 10. September am Hans-Otto-Theater Potsdam.

Mayan setzt sich für faire Arbeitsbedingungen ein, ist Mitglied der GDBA und vernetzt sich aktiv mit anderen Designerinnen – denn Solidarität und Gleichberechtigung sollten niemals bloße Worte sein.

Linda Haddad | DOLMETSCHERIN

Linda Haddad ist staatlich geprüfte Dolmetscherin und Übersetzerin für Arabisch und Deutsch mit langjähriger Berufserfahrung in interkultureller Kommunikation. Seit 2005 ist sie als Pressereferentin, Dolmetscherin und Übersetzerin an der Botschaft des Sultanats Oman in Berlin tätig. Darüber hinaus arbeitet sie seit 2015 selbstständig für Berliner Gerichte, Notare und weitere Auftraggeber. Ihre Tätigkeit umfasst das Dolmetschen bei offiziellen Gesprächen, die Übersetzung anspruchsvoller Fachtexte sowie die sprachliche Begleitung internationaler Delegationen.

Nächste Termine

Sa. Premiere

Eintritt frei

So.

Eintritt frei

Monogram Neuköllner Oper